10 Tipps für ein  erfolgreiches Vorstellungsgespräch

    10 Tipps für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch

30 Minuten entscheiden über gewinnen oder verlieren

Die Kernfrage ist doch: „Wann ist ein Vorstellungsgespräch gut gelaufen?!“ Die Antwort überrascht auch nicht: „Wenn wir den Job bekommen haben!“

Machen Sie Sich doch einmal den Spaß und rechnen sich den zu erwartenden Umsatz aus. Ihr Stundensatz x 8 x Anzahl der Projekttage. Da kommt schon ein Sümmchen zusammen, oder?

Da darf man sich schon einmal ein bisschen auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten und anstrengen. Schließlich geht es ja um was.

Werden wir zum Interview (bei Freelancern und ITlern redet man von Interviews, deswegen bleibe ich fortan bei dieser Terminologie) eingeladen, haben wir „eine Hand am Cup“. Zweiter zu sein ist auch schön. Aber Glanz und Glorie bekommen nur die Ersten, die ins Ziel kommen. Und da wir gerne gewinnen, müssen wir Hand in Hand arbeiten, um einen Sieg einzufahren.

Denn, wenn wir –als Ihr Geschäftspartner- gut gearbeitet haben, haben Sie eine Anfrage erhalten und wir durften ein Angebot abgeben. Aber dann kommt unweigerlich der Punkt, an dem wir die Scheinwerfer auf Sie einstellen, die Bühne frei räumen und Sie in den Lichtkegel stellen.

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete oder was ist wirklich wichtig bei einem Interview?

Insofern es möglich ist, bauen Sie Sich ein gutes Bild über die Position auf, die es zu besetzen gilt. Welche Schwerpunkte werden gesucht? Welche Tools/Besonderheiten gibt es?

Sprechen Sie die Position mit dem Vertriebsmitarbeiter durch, damit Sie Sich sicher sind. Und, wenn es nicht zufriedenstellend ist, was Sie als Antwort bekommen, schicken Sie ihn freundlich, aber bestimmt, noch einmal los. Er/ich werden dafür bezahlt, gut informiert zu sein. Das ist unser Job!

Waren Sie am Ende schon einmal in einem vergleichbaren Umfeld tätig? Prima, dann rekapitulieren Sie diese Position noch einmal. Fassen Sie sich gedanklich die Aufgabe zusammen. Worauf kam es damals an, was waren die Herausforderungen? Wie haben Sie das gelöst und so weiter.

Das ist Ihr Beritt. Zeigen Sie, dass Sie ihn beherrschen.

Ich habe auch noch nicht gehört, dass es sonderlich schadet, wenn man sich über das Unternehmen, bei dem man sich vorstellt, im Vorfeld etwas informiert. Können Sie vielleicht in XING, TWITTER & Co. Ein Bild über den Ansprechpartner machen?

Wer fragt, der führt

Wie schon der alte Konfuzius sagte: „Wenn der Kunde redet, kann ich in dieser Zeit Mist verzapfen.“ Wie kommen wir denn dahin, werden Sie sich vielleicht fragen?

Das Erreichen wir, indem wir den Kunden Fragen stellen. Fragen zum Projekt, zum Team, zur Aufgabe, zu den Erwartungen, die man an einen stellt usw.

Fragen sind gute Ankerpunkte, wenn man mal nicht weiter weiß oder es aufs glatte Eis geht. Ist man mit einer Antwort unsicher, geht es direkt mit einer gezielten Frage zurück auf das sichere Terrain.

Sie sehen, wir drehen uns immer wieder um die Vorbereitung! Die Gleichung ist relativ simpel: Vorbereitung = Erfolg

Die Wahrheit sagen, ohne die ganze Wahrheit zu sagen

Ich unterstelle mal, dass wir alle gut erzogen und gewohnt sind, die Wahrheit und nichts als die Wahrheit zu sagen. Ist ja auch okay, aber es heißt ja nicht die „ganze“ Wahrheit. Was ich damit zum Ausdruck bringen will ist, dass wir vermeiden sollten uns selbst die Treppe herunter zu stürzen. Bleiben wir dort, wo es angesagt ist, bei knappen Antworten.

Ein Beispiel gefällig?

Kunde: Kennen Sie den Messagebroker?

Consultant: Ja.....kurze Pause....ich habe ihm bei xxx im Einsatz gehabt.....Pause (Kunde ruhig)...wir haben den mal evaluiert.....(immer noch Pause beim Kunden)......das sollte mal eingesetzt werden....(ihr erratet es....Pause, Kunde sagt gar nix)....war aber nur in einem kleinen Bereich..........(PAUSE)....es wurde dann verworfen.....eigentlich war es nur eine Testinstallation

Was sagt das denn dem Kunden?

Ja, schon mal gehört, aber wenn Sie wirklich einen Profi benötigen, dann fragen Sie bitte jemanden anderes.

Wenn nun der Kunde mehr wissen will, dann wird er nachfragen. Dann bleiben wir natürlich bei der Wahrheit. Schließlich ist es doch nur ein Tool mehr oder weniger, um das es hier geht. Wenn Sie aufzeigen können, dass Sie sich rasch in neue Bereiche einarbeiten können und hier sogar noch Bereitschaft für eine Schulung oder Zertifizierung signalisieren ist alles in Butter. Und, wenn Sie verdeutlichen, dass Sie alle anderen Messagingtools dieser Welt beherrschen ist´s noch besser!

Formulieren Sie knapp, stellen Sie Fragen und Ihr Ansprechpartner wird Ihnen das wohlwollend mit steten Kopfnicken danken!

Wer schreibt, der bleibt

Was nehme ich denn nur mit? Mein neuestes iPhone? Einen Talisman von meinen Kindern? Nein, natürlich nicht. Achtung: Jetzt kommt wieder einer dieser Monster – Tricks! Einer dieser Kniffe, die außer mir keiner kennt. Pure Magie erwartet Sie! Die Spannung steigt.....Trommelwirbel

Nehmen Sie sich BITTE etwas zu schreiben mit. Schreiben Sie sich bitte auf, was Ihnen auffällt. Es sind weitere Ankerpunkte, um in kritischen Situationen oder wenn es mal gerade etwas ruhiger wird, sich wieder auf eine Punkt zum Neuaufsetzen zu referenzieren.

Das zeigt dem Kunden, dass man aktiv zuhören kann und den Anderen/Gegenüber wertschätzt.

Wie oft habe ich Consultants zum Interview abgeholt, die traurig am Bahnsteig gestanden haben, ihre Laptoptasche in der Hand, aber nichts zu schreiben, geschweige denn vorbereitete Fragen dabei.

Hallo? Das ist ein MEETING! Eine BESPRECHUNG! Ein BEAUTY CONTEST!

Also habe ich neben geputzten Schuhen, einer angemessenen Kleidung auch einen Block und einen Stift dabei.

Und wenn Sie nichts dabei haben, dann fragen Sie Ihren Vertriebler. Der freut sich darauf, Sie mit Werbeutensilien auszustatten.

Ein gutes Bauchgefühl schadet nie

Sie hören doch auch auf Ihren Bauch, oder? Der Kopf entscheidet wie auch der Bauch. Und, wenn sich ein „komisches“ Gefühl aufbaut, dann zögert man doch vor einer Entscheidung. Weiter oben haben wir über die „Wahrheit und nichts als die Wahrheit“ gesprochen.

Okay, hier und da kommt es vor, dass wir Farbe bekennen müssen und ein „Nein“ zum Besten geben. Aber das ist doch kein Beinbruch.

Wenn ich etwas nicht weiß, dann gebe ich dem Kunden das Gefühl, dass ich die Defizite rasch ausgleiche.

Wir müssen dem Kunden das Gefühl vermitteln, dass seine Aufgabe bei uns bestens aufgehoben ist und dass wir sein Projekt erfolgreicher werden lassen möchten und ihn nicht enttäuschen werden. Das dürfen Sie allerdings später im Projekt (falls wir es gemeinsam gewinnen) auch gerne unter Beweis stellen.

Wir sind Berater/Dienstleister und wenn wir was nicht kennen (und wenn es das noch so antiquierte/seltene/unnötige Tool (Nichtzutreffendes bitte streichen)) ist, dann zeigen wir auf, dass wir uns schnell einarbeiten können und eine schnelle Auffassungsgabe haben oder dass wir uns ach so oft schon in neue Umgebungen eingearbeitet haben.

Der Kunde bezahlt die Musik, also tanzen wir danach! Ein herumkritisieren oder nörgeln ist da nicht so gerne gesehen.

Am Ende geht es um Schulterklappen

Das bringt mich nach dem voranstehenden Punkt zu diesem hier. Wenn ein Projektleiter sich für einen Mitarbeiter entscheidet, dann geht es immer um seine Schulterklappen! Und das möchte ich noch einmal betonen: Es geht um seinen Job!

Wer will denn schon degradiert werden oder sich vorhalten lassen, dass er den „falschen“ an Bord genommen hat? Ich nicht! Sie etwa? Und unser gemeinsamer Kunde erst Recht nicht!

Das ist, wie im richtigen Leben. Der Kunde denkt, wenn er den Marktführer (Auto, Handy, Elektronik, Software, Dienstleister etc. ) nimmt, dann KANN er einfach nichts verkehrt gemacht haben.

Ich höre ihn schon zu seinem Chef sagen: „Du Chef, ich habe doch den größten IT-Dienstleister der Welt genommen. Da habe ich doch automatisch alles richtig gemacht. Wenn die es nicht hinbekommen, wer dann?“

Unser Handeln und Auftreten muss von einem hohen Maß an Professionalität und Selbstsicherheit geprägt sein. Wenn wir selbst unsicher sind, wie soll dann der Kunde sicher sein, dass er den „richtigen“ an Bord nimmt.

Wir müssen mit jeder Äußerung, der Körpersprache unserem Auftreten dem Kunden signalisieren „Deine Aufgabe ist bei mir gut aufgehoben. Du kannst Dich wieder um andere Belange kümmern“

Das war es gewesen! Wie? Schon fertig? Das sind doch nie im Leben...ich zähle noch einmal nach....10 Tipps....

Betrug!!! Werden Sie rufen! Ich höre es schon in meinen Ohren klingeln, ist mir aber egal. Wir wollen ja keine Wissenschaft aus einem Interview machen, oder?

Aber aufgepasst: Verlassen Sie Sich nicht immer nur auf Andere, sondern bleiben Sie bei Sich.

Machen Sie Sich Ihre eigenen Gedanken. Oder soll ich etwa als Tipp aufschreiben, dass „Blickkontakt halten“ oder „ziehen Sie die richtigen Schuhe an“ oder „ausgeschlafen sein“ wichtig sind? Es sollte hier kein „Füllmaterial“ postuliert werden.

Außerdem hört sich „10 Tipps“ besser an als 7 oder 6 Tipps.

Wir wollen doch alle noch ein bisschen erfolgreicher werden?

Wenn man am Tisch mit dem Kunden sitzt, ist man schon mehr als die Hälfte Strecke des Weges gegangen. Schließlich wird er für seine Position keine 20 Consultants interviewen. Ihr CV hat überzeugt, jetzt sind Sie an der Reihe!

Bleiben Sie frisch!

Also: Machen Sie Sich Ihre eigenen Gedanken und schreiben auf, was andere über Sie wissen müssen. Was sind/waren die Highlights? Was sind/waren vergleichbare Themen gewesen, die Sie bedient haben?

Und, wenn wir das halbwegs beherzigen, bekommen wir die zweite Hand auch an den CUP!

 

Bei Fragen einfach fragen: thorsten.kania(at)com-software.de oder +49 6196 49 666 20

Viel Erfolg und vor allen Dingen Spaß bei Ihren Interviews wünscht Ihnen

Ihr Thorsten Kania